Nun also zum bedeutendsten Zeugnis der byzantinischen Geschichte: Der Kirche zur heiligen Weisheit oder wie die Byzantiner sie auf Griechisch nannten, der Hagia Sophia. Über 1000 Jahre war sie die größte Kirche der Christenheit, bis sie nach dem Fall Konstantinopels in eine Moschee umgewidmet wurde. Dass ich die Hagia Sophia nicht längst besichtigt habe, als sie noch ein Museum war, gehört wahrscheinlich zu einem der…
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Weltliches Byzanz
Heute schreibe ich ein wenig über das weltliche byzantinische Erbe in Istanbul, damit nicht immer nur von Kirchen die Rede ist. Daher möchte ich zunächst über den Blachernen-Palast berichten. Das war der kaiserliche byzantinische Palast in der spätbyzantinischen Zeit, nachdem der Hof aus dem verfallenden alten Kaiserpalast im Südosten der Stadt an die nordwestliche Theodosianische Stadtmauer verlegt wurde. Der Palast ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer…
Lips-Kloster, Pantokratorkloster und ein Hamam
Tamara meint zwar mit den byzantinischen Kirchen sei es jetzt dann genug, aber von ein paar besonders wichtigen und schönen möchte ich noch kurz berichten. Wie dem früheren Lips-Kloster, das wir heute besichtigten. Kaiserin Theodora, die Frau von Kaiser Michael VIII (regierte 1259 bis 1282), ließ eine dort bereits bestehende Kirche aus mittelbyzantinischer Zeit am Ende des 13. Jahrhunderts renovieren und umgestalten und stiftete zu…
Chora-Kirche
Die wichtigste bzyantinische Sehenswürdigkeit neben der Hagia Sophia ist die Chora-Kirche im Westen der Stadt. Nach der osmanische Eroberung der Stadt 1453 in eine Moschee umgewandelt, war sie seit 1948 ein Museun. Der türkische Präsident Erdogan ließ sie aus politischen Gründen 2024 wieder in eine Moschee rückwidmen. Chora (Χώρᾳ) heißt im griechischen „Land“ oder „Umland“ und zeigt, dass die Kirche ursprünglich in einer sehr ländlichen…
Kirche der Hll. Sergius und Bacchus
Nach einer längeren Pause gibt es diese Woche wieder ein paar Blogbeiträge einer Reise von Tamara und Norbert – und zwar aus Istanbul, dem alten Konstantinopel. Nach einem gemeinsam belegten Unikurs im letzten Semester am Institut für Neogräzistik und Byzantinistik („Einführung in die Alltagsgeschichte des Byzantinischen Reiches”), wollten wir uns ansehen, was vom Byzantinischen Reich und seiner alten Hauptstadt noch übrig ist. Momentan ist nach…
Karlsbad (Karlovy Vary) und Franzensbad (Františkovy Lázně)
Wie ich von den Lesern meines Blogs weiß, schätzen sie meine Reiseberichte besonders dann, wenn sie darin Tag für Tag den Reisefortgang verfolgen können. Dafür verzichten sie auch gerne auf informative Details. Das persönliche schlägt das akademische allemal. Von einem fünftägigen Ausflug nach Westböhmen drei Beiträge im Abstand von mehreren Wochen zu bekommen, ist tatsächlich nicht das gleiche Lesevergnügen. Ich gestehe, dass sich mein Blog…
Stift Tepl und Marienbad
Auf dem Weg von Pilsen ins westböhmische Bäderdreieck liegt das Prämonstratenser-Stift Tepl (Premonstrátský Klášter Teplá). Der gleichnamige Fluss mündet in Karlsbad in die Eger (Ohře). Die Besichtigung eines Klosters des Ordens meines Namenspatrons ist für mich Ehrensache. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es eines der bedeutendsten Klöster Westböhmens, doch das Jahrhundert war ihm nicht wohlgesonnen. Das kommunistische Regime enteignete den Orden 1948 und…
Pilsen (Plzeň) mit Brauerei
Letzte Woche machte ich mit Tamara einen kleinen Ausflug nach Westböhmen. Das Zentrum Westböhmens ist die Stadt Pilsen. Die schnellste Route mit dem Auto von Wien aus wäre die Autobahn über Prag. Die kürzere und interessantere Route geht über Třeboň und Budweis. Da wir Prag und Budweis schon kennen, fuhren wir bei Budweis vorbei weiter nach Tabor und machten einen Zwischenstop bei Schloss Orlík an…
Kremsier (Kroměříž)
Als fürsterzbischöfliche Residenz war Olmütz immer auch besonders katholisch und kaisertreu. Nicht zufällig flüchtete der Wiener Hof im Revolutionsjahr 1848 ins sichere Olmütz, wo Kaiser Ferdinand schließlich zu Gunsten seines Neffen Franz Josef in der fürsterzbischöflichen Residenz auf den Kaiserthron verzichtete. Wäre damals nicht Dezember gewesen, hätte sich der junge Kaiser wohl auf dem Balkon der Residenz erstmals seinem Volk gezeigt. Vor seinem Rücktritt versuchten…
Olmütz (Olomouc)
Der Fluss Mährens ist die March, die dem Land auch seinen Namen gab. Das ist auf Deutsch weniger offensichtlich als im Tschechischen, wo Land und Fluss den gleichen Namen tragen: Morava. Die March fließt nach Österreich, wo sie in die Donau mündet. Anders in Böhmen, dessen größter Fluss, die Moldau, von Österreich wegfließt. Das ist ein Unterschied, der, denkt man über das Verhältnis von Böhmen…